Small-Talk für Introvertierte

Ich möchte dir in diesem Artikel mitteilen, warum ich finde, dass auch wir Introvertierte Small-Talk halten können, ohne uns anzustrengen.

Bist du introvertiert und hast oft das Gefühl, zum Small-Talk gezwungen zu sein? Begegnest du ihm mit Widerwillen? Möchtest du das ändern und gelassen in Kurzbegegnungen gehen?

Wenn ich früher den Begriff „Small-Talk“ hörte, wurde mir regelrecht übel. Lange wollte ich so sein, wie die anderen, die „das“ können. Lange hat mich das sehr müde gemacht. Ich habe irgendwann angefangen, dieses Wort zu hassen. Erst, weil ich dachte, ich bin „zu doof dazu“ und dann, weil ich mich nicht zugehörig fühlte. Ich fühlte mich ausgeschlossen aus der professionellen Gesellschaft, die in der Lage ist, mit jedem über alles ins Gespräch zu kommen. So dachte ich jedenfalls …

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Heute ist „Small-Talk“ nur noch eine Worthülse für mich. Erfahrungen und Selbst-Bewusstsein durch Selbstkenntnis haben mich klüger im Umgang mit diesem Ausdruck gemacht. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Wörter unterschiedlich gedeutet und bewertet werden? Das ist der Stoff, aus dem Konflikte gemacht werden. Wir denken, wir sprechen von der gleichen Sache, weil wir die gleichen Worte benutzen und fallen dennoch ins Missverständnis mit unserem Gesprächspartner …

Als ich das erkannte, habe ich den Begriff „Small-Talk“ für mich umgedeutet. Heute verbinde ich damit zwar, unter Menschen zu gehen (wobei ich meine Grenzen im Blick behalte), aber vor allem auch das, was mir wichtig ist in Interaktionen und ich weiß, welche meiner Eigenschaften mir dabei helfen können. Wenn ich merke, dass es nicht passt, ist es auch ok.

Du siehst also: Hier geht es um individuelle Bewertungen, Akzeptanz, Verständnis (auch für sich selbst) und um Selbst-Bewusstsein, also das Bewusstsein des "eigenen Selbst".

Tipp 1: Deute deine Beziehung zum „Small-Talk“ um

Wenn du nicht gerade allein auf einer Insel lebst, dein eigenes Obst und Gemüse anbaust, die Eier deiner glücklichen Hühner isst und dich von dem Fleisch deiner Weiderinder, die du täglich mit hochwertigem Olivenöl massierst, ernährst, wirst du dich immer wieder in Situationen finden, in denen du in Kontakt mit Menschen kommst.

Unumgänglich. Es ist so. Akzeptiere es.

Wenn du das – auch nur für einen Moment – akzeptieren kannst, gehst du den nächsten Schritt: Wenn diese Situationen also sowieso unumgänglich sind, dann gestalte sie doch nach deinem Geschmack.

Denke einfach an den Austausch mit deinen Freunden. Introvertierte ziehen es vor, einige wenige dafür auch intensive Freundschaften zu pflegen – in welcher Art auch immer. Wie kommunizierst du mit deinen Freunden? Geht es dabei immer um weltbewegende Dinge oder die nächste große Unterschriftenaktion, um die Politik mitzugestalten? Bei mir jedenfalls nicht … und genau das kann dir helfen. Auch mit deinen Freunden führst du Small-Talk. Ungezwungen, weil du eben nicht darüber nachdenkst, was sich die Anderen wohl denken könnten. Du weißt nämlich, dass Ihr Euch gegenseitig wertschätzt und du dich so zeigen kannst, wie du bist.

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Das ist einer der Schlüssel zu einer besseren Beziehung „zum“ Small-Talk: Vertraue darauf, dass du dich so zeigen darfst, wie du bist und damit auch von Fremden gewertschätzt wirst. Was du dabei auch verstehen lernst? Wie du dich selbst wertschätzen kannst, denn dann ist es gar nicht so wichtig, ob ALLE anderen dich wertschätzen oder nicht. Auch das ist eine Realität, die wir annehmen und uns erlauben dürfen, dass – so wie wir auch manch anderen vielleicht doof finden – uns auch manche doof finden.

Wenn wir eher introvertiert sind, überlegen wir uns genau, wann wir uns für ein Gespräch extrovertieren, also Energie nach außen gerichtet aufwenden. Die Frage ist, was sind unsere Kriterien für unsere Entscheidung? Unabhängig davon, dass wir aus gesellschaftlichen Gründen nicht immer frei entscheiden können, haben wir dennoch Handlungsmöglichkeiten.

Ich wollte immer gern wissen, welches Ziel meine Begegnungen haben, insbesondere wenn sie im professionellen Kontext standen. Doch lange habe ich das Ziel für Kurzbegegnungen viel zu „sachorientiert“ gesehen. Ich dachte immer, es müsste entweder ein guter Kontakt fürs Geschäft herauskommen oder einen guten Informationsaustausch geben – und es sollte immer so sein, dass ich genauso viel geben kann wie der Gesprächspartner.

Damit habe ich mich jedoch komplett überfordert, denn dieses Optimum – aus diesem Kurzgespräch gehen beide „gut bedient“ hinaus – lässt sich selten so umsetzen. Und das ist auch ok so. Denn ein Kurzgespräch ist was es ist, ein kurzes Gespräch, das angenehme Gefühle auslösen kann oder einfach nur „flüchtig“ ist.

Deine Vorteile als introvertierter Mensch

Gerade das, was uns oft als Nachteil zugeschrieben wird, können wir als unseren Vorteil im Small-Talk nutzen: „du bist so ruhig“, „du redest zu leise“, „du bist nicht spontan genug“, „du bist zu zurückhaltend“ usw. Mit dem bewussten Einsatz unserer Qualitäten können wir vermeiden, anschließend so ausgelaugt zu sein, dass wir zu den nächsten Begegnungen erst wieder in einem Monat bereit wären (wenn wir es uns aussuchen könnten).

Wenn ich diese „Vorwürfe“ umdeute, finde ich viele Handlungen, die mir Spaß machen.Was bringt mich dazu, so ruhig und zurückhaltend zu sein? Ich beobachte und analysiere gern.Wie kommt es, dass andere mich als nicht spontan empfinden? Wenn meine Entscheidung anders ausfällt als erwartet, weil ich eben nicht mal sofort 30 Minuten auf ´nen Kaffee vorbeikommen will, dann ist das für mich legitim: ich kenne meine Energiereserven und entscheide entsprechend und in meinem Sinne spontan 😉.Was führt dazu, dass mich andere als leise wahrnehmen? Meine ruhige Art, auch mal andere zu Wort kommen zu lassen und zuzuhören.

Du siehst hier schon, wie viel unsere eigenen Bewertungen ausmachen. Jedes Ding hat zwei Seiten …

Gehe bewusst mit deinen Be-Wert-ungen um

Small-Talk kann durch Erfahrungen, aber noch viel stärker durch das bisher erlebte „nicht-Übereinstimmen“ dieser Kurzbegegnungen mit den eigenen Werten sein. Wie oft erleben wir, dass wir in einen vollen Raum treten (vor Corona), in dem es eine stetige fließende Bewegung gibt. Menschen laufen aneinander vorbei, grüßen sich kurz, reichen sich die Hände und gehen weiter. Manche Menschen stehen in kleinen Grüppchen zusammen und unterhalten sich mit freundlichen Gesichtern. Es ist entsprechend laut. So viele Reize für ein introvertiertes Gehirn. Das kann Energie ziehen. Wenn dann noch vorher die Einstellung bestand: „Oh Mann, das will ich eigentlich gar nicht. Anstrengend. Laut. Ich kann da nicht mithalten.“ oder ähnlich, geht man mit einer entsprechenden Gefühlslage hinein. Alles was nun passiert, wird passend zu dieser Stimmungslage und Einstellung wahrgenommen. Wir lenken unseren Fokus auf all das negative, das wir mit dieser Situation verbinden. Und schon haben wir wieder unsere Wahrnehmung von „Small-Talk“ als etwas Negativem bestärkt.

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Dabei kann es passieren, dass wir völlig vergessen, dass wir ein oder zwei Menschen getroffen haben, über die wir uns tatsächlich gefreut haben. Mit denen wir tatsächlich auch einige Worte oder ein paar mehr gewechselt haben oder sogar in ein intensiveres Gespräch vertieft waren.
Schade … schade für unser Energiekonto und unsere neuronalen Verknüpfungen, die uns für die nächste ähnliche Situation durch die gleiche „Hölle“ laufen lassen.

Wie kannst du deine Bewertungen verändern?

Setze dich zuallererst nicht selbst unter Erwartungsdruck: Erwarte weder von dir selbst nicht, im Kurzgespräch Höchstleistungen zu erbringen noch gehe davon aus, dass es die anderen von dir erwarten. Erwarte du selbst aber auch von den Anderen keine Höchstleistungen. Gehe ruhig in solche Begegnungen mit der Annahme: „Vielleicht ergibt sich ein Gespräch, vielleicht auch nicht. Alles ist ok“. Nimm den Druck raus!

Mit vielen Introvertierten und Extrovertierten habe ich über meine Abneigung gegen „Small-Talk“ gesprochen und war ausgesprochen erstaunt, auch von manchen Extrovertierten zu erfahren, dass sie von sich glauben, ihnen läge das nicht. Dieses mulmige Gefühl, fremde Menschen „einfach mal so anzusprechen“, kennen viele von uns. Diese hohen Erwartungen an sich selbst und das Gespräch kennen auch einige von uns.

Entwickle für dich Verständnis – und auch für die Anderen. Du – wir – sind damit nicht allein. Um bei der Bewertung zu bleiben: Dieses mulmige Gefühl ist ein guter Indikator dafür, umsichtig und empathisch auf andere zuzugehen. Deute das „mulmige“ Gefühl um in „gerade befinde ich mich – auch körperlich – in einem Aktivierungszustand“, in dem ich achtsam auf andere zugehen möchte.

Wir können in vielen Situationen ein mulmiges Gefühl haben: es kann uns positive Aufregung anzeigen, weil wir das Ereignis mit etwas Schönem verbinden, oder auch negative Erregung. Wenn wir uns für die Aufregung entscheiden, gehen wir mit einer entsprechenden Erwartungshaltung in die Situation und konzentrieren uns auf die Punkte, die zu dieser Erwartungshaltung passen.

Wenn du jetzt jedoch versuchst, gedanklich nachzuspielen, ob du damit sofort deine Haltung zum Small-Talk verändern kannst – muss ich dich leider enttäuschen. Du hast dich daran gewöhnt, dich mit Small-Talk unwohl zu fühlen. So schnell kannst du das nicht umprogrammieren. Wir durchlaufen zur Umgewöhnung oder Umstrukturierung unserer Gedanken-Gefühlswelt mehrere Schritte. Das erfordert Geduld und Achtsamkeit, die in täglicher, kleinschrittiger, Übung zum Einsatz kommen sollten. Ja, Veränderung dauert und erfordert Energie, bis man sich neue Automatismen geschaffen hat …

Was du also tun kannst: Hinterfrage deine Bewertung von Wörtern und übe, jeweils auch die konstruktive Bedeutung in ihnen zu benennen.

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Beispiel: Small-Talk = langweilige, sinnlose Kurzgespräche mit Fremden, die man nicht wieder sieht

ODER

Small-Talk = Kurzgespräche, die flüchtig sein können, aber in denen ich viel beobachten und von Anderen lernen kann – ganz zufällig gebe ich den Anderen damit die Aufmerksamkeit, die ihnen vielleicht oft im Gespräch fehlt.

Orientiere dich an deinen Werten

Folge deinen Werten – dem, was dir wichtig ist im Leben: gib dich so, wie du bist. Wenn du dich bisher wenig damit beschäftigt hast, was dir wichtig ist im Leben, kannst du gern anhand der Tabelle (siehe unten) mal prüfen, welche Werte dich und dein Handeln prägen. Kenntnis davon und der bewusste Umgang damit helfen dir, dich in eine dich ansprechende Richtung zu orientieren. Sprich über Themen, die dich interessieren oder höre den anderen einfach zu und zeige mit Fragen dein Interesse. So wirkst du authentisch und stimmig mit dir selbst. Denk dran: Du bist in Small-Talks nicht gefordert, zu „produzieren“.

Tipp 2: Umgehe deine Denkfallen

Meist unterliegen wir einer gedanklichen Verzerrung – unseren Denkfallen -, die uns Kurzbegegnungen vermiesen: „Ich blamiere mich doch nur“ oder „Ich kriege kein anständiges Wort raus“ oder „Die Leute sind nicht an mir interessiert“. Das sind entweder Katastrophisierungen, Minderwertigkeitsgefühle oder du nimmst an, tatsächlich schon zu wissen, was Andere denken.

Hast du diese Annahmen schon einmal mit der Wirklichkeit abgeglichen? Wie real sind deine Annahmen: wie oft hast du das wirklich erlebt? Woher weißt du, was Andere denken?

Was wäre, wenn du erkennst, dass du dir eine Wirklichkeit konstruierst, die durch die Realität aus den verschiedensten Gründen nicht belegt werden kann – wie geht es dir dann? Wenn du jetzt sagst, „aber es ist nun mal so“, kann ich dich auch verstehen – so leicht lassen sich unsere Grundüberzeugungen nicht ändern.

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Versuche es dennoch, indem du dir Belege für deine Annahmen suchst: Nutze in den nächsten 5 Tagen die kleinsten Alltagssituationen, die dir ungefährlich vorkommen, um in kurze Begegnungen zu gehen - zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt: und wenn es nur deine Bemerkung über das nette Lächeln der Kassiererin ist (wenn du dafür dankbar bist). Beobachte, wie es dir und Anderen damit geht und wie oft du dafür geschlagen, getreten und ausgelacht wirst. Beobachte, wie oft du dafür bestraft wirst, dass du dich vielleicht entscheidest, gar nichts zu sagen, weil du gerade keinen Anlass dafür siehst – sondern einfach nur lächelst oder jemandem zunickst, wenn dir danach ist. Tu das die nächsten 5 Tage und notiere dir alles, was dir in dem Zusammenhang auffällt. Verabrede mit dir, deine gewohnten, unangenehmen Gedanken in den 5 Tagen ruhen zu lassen.

Danach ziehe Bilanz: Wie unangenehm ist es wirklich und was von meinen Befürchtungen ist eingetreten? Frage dich auch: Bin ich bereit, das künftig öfter zu üben? Entscheide dich für dich und deine leise Art, auf andere Menschen zuzugehen. Dein Vorteil ist es nämlich, dass du Fremde nicht über den Haufen quatscht oder sie mit Informationen überhäufst, die sie nicht hören wollen. Du wirst merken, Andere nehmen dich einfach als höflich wahr und reagieren entsprechend. Und selbst wenn nicht: Andere dürfen auch mal gedankenverloren oder mürrisch sein.

Ach und übrigens: Hast du schon einmal bemerkt, dass es viele Menschen gibt, die eher höflich und zurückhaltend sind? Sie fallen eben nur nicht auf … Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass zwischen 30 und 50% der Menschen eher introvertiert sind.

Tipp 3: Mach es (dir) leicht

Sprich einfach über das, was naheliegt und offensichtlich ist. Das kann der Anlass des Treffens sein, die Umgebung, in der das Treffen stattfindet, mach einfach zum Thema, was du gerade siehst. Rege die Anderen an, sich mitzuteilen: Frage sie, was sie zu diesem Treffen gebracht hat und wie sie es wahrnehmen (1).

Stell dir doch einfach mal vor, wie es dir geht, wenn du dich auf einer Veranstaltung wiederfindest und gerade einen Vorlesenden mit Applaus bedacht hast und Jemand, der neben dir steht, einfach nur anerkennend nickt, dich angrinst und sagt: „Toll, was?“. Auch jemanden anlächeln und zunicken kann in ein kurzes Gespräch münden. Es gibt so viele Möglichkeiten, die wir umsetzen können, ohne uns in Marktschreier verwandeln zu müssen (was die Meisten von uns eh nicht sein wollen).

Meine Beispiele muten jetzt vielleicht simpel an. Doch glaube mir, solch kleine Kontaktaufnahmen können entweder in ein nettes Kurzgespräch münden oder einfach dem Anderen das Gefühl geben: „oh ist aber ein netter Mensch neben mir“.

Mehr ist es nicht – es kann mehr werden, doch der Name ist hier Programm: „Small Talk“ – ein kurzes Gespräch. Es ist ein kurzes Bekanntmachen und Beschnuppern. Ohne dass du dich privat komplett nackig machen musst oder dein gesamtes Fachwissen präsentieren musst. Und schon hast du eine weitere soziale Kompetenz angewendet: du kannst Kontakt aufnehmen ohne dass du dich für das Präsidentenamt bewerben musst.

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Die Reporter-Methode

Martin Wehrle hat eine schöne Methode beschrieben, die du einsetzen kannst, gerade wenn du dich aktiv – vielleicht aus beruflichen Gründen - in Small-Talks begeben willst (2). Die „Reporter-Methode“ ist eine Möglichkeit, sich ein wenig in Distanz zu den eigenen Gefühlen zu begeben. Du schlüpfst in eine berufliche Rolle und wendest dich anderen Menschen zu, denen du die Möglichkeit gibst, sich zu äußern. Du musst dich so nicht selbst präsentieren (außer über deine Moderation) und schenkst deinem Gesprächspartner Interesse und Aufmerksamkeit. Und du siehst es als deinen Beruf an, ihn anzusprechen – somit hast du auch ein Motiv und einen Auftrag.

Stell dir dafür vor, dass einer der drei Auftraggeber ein Interview bei dir gebucht hat, über das du berichten sollst: a) Abenteuer-TV, b) Service-TV oder c) Träume & Co. TV.

Je nach Ausrichtung kannst du 3-5 Reporterfragen entwickeln (die du an alle möglichen Situationen anpassen kannst). Auch hier fängst du klein an und übst in Alltagssituationen.

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Beispiel: Du wirst von Freunden zu einer Geburtstagsrunde eingeladen und sitzt neben Fremden am Tisch. 

Abenteuer-TV-Fragen:
  • Schön, neben dir zu sitzen: Was war die verrückteste Geburtstagsrunde, die Du je erlebt hast?
  • Da wir uns noch nicht kennen: Was war bisher deine schönste Kontaktaufnahme in solch einer Situation? Wie bist du bisher mit richtig langweiligen Gesprächspartnern umgegangen?
Service-TV-Fragen:
  • Wenn ich dir als Sitznachbar Gutes tun könnte: Was wäre dir am wichtigsten?
  • Warst du schon einmal auf einem Geburtstag, wo Servicepersonal zur Begleitung der Gäste gebucht war? Mir fällt es manchmal schwer, mit Unbekannten ins Gespräch zu kommen: Wie machst du das oder was würde für dich angenehm sein, um den Kontakt herzustellen?
Träume & Co. TV-Fragen:
  • Angenommen, du könntest dem Geburtstagskind XY etwas schenken, ohne dir über Geld Gedanken zu machen – was wäre das?
  • Was wäre für dich das schönste Geschenk?
  • Was wäre für dich ein richtig schöner Geburtstag?

Du siehst, du bist hier wirklich frei, dir im Vorfeld Fragen zu überlegen. Selbst wenn du meine Fragen nicht nutzen möchtest, helfen sie dir bei der Formulierung deiner eigenen. Übe auch hier in Alltagssituationen. Probier dich aus. Wenn du große Befürchtungen hast, teste dich unter Freunden. Du wirst überrascht sein, welche interessanten Gespräche sich daraus entwickeln können, auch wenn dir der Aufhänger ungewohnt erscheint.

Small-Talk sind Kurzbegegnungen, die angenehm gestaltet werden können. Erwartungs- und Leistungsdruck sind hier eher fehl am Platz. Vielmehr zählt die Atmosphäre, die wir entstehen lassen können, wenn wir einfach nur freundlich sind und das Naheliegendste zum Thema machen.

Denk immer dran: Du musst kein anderer Mensch werden – in dir schlummern viele Eigenschaften, die du nutzen kannst.

Deine echt introvertierte Alix 😊

HINWEIS: Ich verwende in allen Texten eine genderneutrale Ausdrucksweise, spreche jedoch Jede und Jeden an, der und die sich für die Themen interessiert.

Quellen:

1) Anne Heintze: Auf die leise Weise. Wie Introvertierte ihre Stärken erkennen und nutzen. Gräfe und Unze Verlag GmbH, München 2016, S. 140ff.

2) M. Wehrle: Der Klügere denkt nach. Von der Kunst, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein. Wilhelm Goldmann, München 2017, S. 143.

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